Kolumne 169

24.8.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Die totale Verfinsterung

AUF DEM WEG IN DEN URLAUB SENDET MEIN AUTO HYSTERISCHE BOTSCHAFTEN. TOTAL ECLIPSE – NICHT NUR AM HIMMEL

Once upon a time I was falling in love now Im only falling apart“. Kennen Sie? Aus der Karaokebar? Oder aus dem Dudelfunk? Bonnie Tyler, UK-Rockröhre mit Reibeisenstimme, „Total Eclipse of the Heart“, irgendwie gut durchgeknallter Welthit aus dem Jahr 1983. Der Inhalt: Nicht weiter begründeter Verlustschmerz, auch der zugehörige, eher somnambule Videoclip gibt wenig Aufschluss.

Ein Hit also, der zu jedem Anlass passt. Und wie die Faust aufs Auge zur Sonnenfinsternis am vergangenen Montag. Zur Total Solar Eclipse also. Musikredakteure drehten also global durch, die Dame Tyler (66) kam in die Heavy Rotation. Spotify vermeldete Rekordzugriffe, in den USA, dem Hauptland der Finsternis, erklomm das Lied erneut die Charts. Die Sängerin selbst hatte einen gut bezahlten Liveauftritt auf einem Royal-Carribean-Kreuzfahrtschiff, „I know theres nothing better, theres nothing I just wouldn’t do“.

Ausgerechnet am Montag nun waren der Lebensgefährte und ich unterwegs mit dem Auto in Richtung Süden, in Richtung Golf von Trieste, der Sonne entgegen. Doch ob in Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Thüringen, die Dame Tyler besang die totale Verfinsterung. Die Dudelfunksprecher sekundierten mit allerlei Infos. In Oberfranken schließlich berichtete mein Lebensgefährte, dass sogar sein Heilpraktiker ihm gesagt habe, dass dieser Tag große Ereignisse mit sich bringen werde. Prompt reagiert das sensible Gefährt in Höhe Hof: Lampen leuchteten, das Display kommunizierte allerlei hysterische Botschaften. Röcheln, ruckeln, aus. Total Eclipse. Anrufen, Abschleppen, Abwarten.

Auf das Ende der Welt warteten wir nun in einem „Bistro“, das sich im Foyer eines Baumarkts befand. Es gab Schnitzel mit Pommes, beides aus der Fritteuse. An der Salatbar rohes Rotkraut und blassgrüne Dosenoliven in dunklem Gewässer. Der Geruch von Chlor. Müde Menschen schleppten sich durch das Foyer, Sonderangebote begutachtend. Solargartenleuchten, Froschskulpturen. Dunkelbayern. Finsterfranken. Aus den Lautsprechern Bonnie Tyler, „Every now and then I fall apart“. Nach drei Stunden im Baumarkt der Gedanke: Wenn jetzt die Welt unterginge, es wäre nicht schade um sie.

Weiterfahrt nach Kraftstofffilterwechsel. Bayern 3, „Turn around, bright eyes“. Nach 200 Kilometern: Röcheln, Ruckeln, Aus. Total Eclipse. Werkstätten schon zu. Warten in einer Tankstelle am Chiemsee. Eine Stunde, zwei Stunden. Ein Gast am Nebentisch erzählt, dass er schon seit zwanzig Jahren keinen Sex mehr hat mit seiner Frau, oder waren es dreißig? In den sozialen Medien heißt es, der Präsident der Vereinigten Staaten habe ohne Sonnenbrille in die total verfinsterte Sonne geblickt. Drei Stunden. Bonnie Tyler singt „Every now and then I fall apart“. Vier Stunden. Fünf Stunden.

Ein Abschleppwagen ist aus Ljubljana gekommen. Der junge Fahrer lädt das Auto huckepack. Er wird uns über die Alpen fahren und die Versicherung zahlt. Hinter den Alpen wird die Sonne scheinen. Es wird warm sein, heiß sogar. Im Radio läuft alles andere, Turbofolk, aber nicht mehr Bonnie Tyler.

Kolumne 168

13.7.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Das brandenburgische Konzert

WENN DU DER KULTUR WEGEN NACH RHEINSBERG EILST, DANN NIEMALS OHNE ANSPRUCHSVOLLE PLASTIKTÜTE

Brandenburg. In bestimmten gesellschaftlichen Kreisen muss man ja nur den Namen dieses schönen Bundeslands aussprechen, und schon geht das Gekicher los. Aber wenigstens lachen die Leute nun dank Rainald Grebe anstatt nur, wie noch in den Neunzigern üblich, ängstlich mit den Zähnen zu klappern wegen der vielen Nazis, die angeblich hinter jedem Alleenbaum lauern.

Es gab Zeiten, in denen Brandenburg meine zweite Wahlheimat war, der Liebe wegen – und neulich war ich mal wieder da, nach dem Rechten schauen: In Rheinsberg, beim Opernkonzert. Rheinsberg! Das klingt. Friedrichs schönste Jahre, Hans Hermann von Katte, Kunst. Tucholsky ohnehin.

Erinnerungen wurden wach an diesem schwülwarmem Sommerabend mit all den aufgeputzten Brandenburgern und Brandenburgerinnen und ihren Plastiküten. Plastiktüten? Auf dem kiesbelegten Vorplatz des Schlosses promenierte die in Bussen herbeigekarrte Brandenburger Gesellschaft und auch vereinzelte „Buletten“, wie Berliner im Umland gern genannt werden. Ob ältere Damen in Gewändern oder Herren in Leinenhosen, allenthalben trug man zum ausgesuchten Outfit Plastiktüte. Besonders häufig gesehen wurde eine Modell der Firma Edeka, aber auch Blume 2000 und (extra zu zahlende und keineswegs kostenlos gereichte) Karstadt-Modelle wurden gesichtet.

Nur eine Dame, deren Gesamtausstaffierung an die ehemalige slowenische Ministerpräsidentin Alenka Bratušek gemahnte, trug – dem feierlichen Anlass angemessen – eine Tüte des Schokoladenherstellers Lindt in der rechten Hand, die mit goldenem Aufdruck auf blauem Grund ganz hübsch mit der Chanel-Handtasche zur Rechten korrespondierte. Sollte sich die ostdeutsche Sitte, Markenplastiktüten aus dem Westen zu sammeln und gegebenenfalls aufzubügeln ausgerechnet beim Opernfestival in Rheinsberg konserviert haben – womöglich als ein Art kultureller Trotzbehauptung?

Peinlich berührt erinnerte ich mich jener Szenen die sich in den neunziger Jahren in meiner ersten Ostberliner Mietskaserne in Prenzlauer Berg zugetragen hatten und in denen ich mich zum Gespött der ganzen Nachbarschaft gemacht hatte: Ich, der Wessi, hatte meine Kohlen aus dem Keller mit Benetton-Tüten in den vierten Stock geschleppt.

Die Irritation legte sich schließlich während des Konzerts im wunderbaren Innenhof des Schlosses. Junge Stimmen aus der ganzen Welt konkurrierten mit den hohen Tonlagen der Schwalben, die unter den Dachfirsten ihre Nester gebaut hatten. Auf dem hinter dem brandenburgischen Staatsorchester gut sichtbaren Grienericksee quakten die Enten, während vorn Mozart mit des Tenors Inbrunst vorgetragen wurde. Und wirklich nur ganz selten raschelte die ein oder andere Tüte in den Reihen des ansonsten höchstens diskret hüstelnden, kultivierten Publikums, das hier zum „Event“ sich versammelt hatte.

Erst im Hinausgehen fand ich heraus, was es mit den Tüten auf sich hatte. Beziehungsweise, was sie in sich trugen: Sitzkissen.

 

Kolumne 167

1.6.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Auf die Pflanze gekommen

ERST KOMMEN ALLE AUF KINDER, UND DER REST KOMMT DANN AUF DEN HUND. ICH BIN DAVONGEKOMMEN

Auf dem kleinen Balkon in Berlin-Neukölln versammeln sich, von links nach rechts durchgezählt, folgende Gewächse: ein übrig gebliebener Weihnachtsstern vom letzten Jahr, drei Rosenbüsche, eine pink blühende Begonie, wilder Majoran aus Rehberge, eine weiße Buschrose, eine Sonnenblume, Lavendel, Rosmarin und – rankbereit in der Nähe des Regenabwasserrohrs untergebracht – die „Schwarz­äugige Susanna“, die ich bei einem Tag der offenen Tür einer Gartenlehrwerkstatt für psychisch Kranke erworben habe.

Vor ungefähr fünf Jahren, nach einer Trennung, ging es mir auch nicht besonders gut. Die Pflanzkästen auf dem Balkon dienten ausschließlich als Aschenbecher. Das ging so lange, bis es eines Tages zu einem Aufsehen erregenden Torfbrand kam und ein guter Freund mit einem ausgeglicheneren Verhältnis zur Welt sich meiner annahm: An seinem freien Tag kam er angebraust, den Kofferraum voller Pflanzen, Pflanz­erde sowie einer Flasche Champagner. Rauchend und Champagner in mich hinein kippend sah ich dabei zu, wie er Erika und ein silbrig schimmerndes Gewächs nebeneinander in die dunkle Erde fügte. Völlig unfähig, selbst Hand anzulegen. Das Gewächs war farblich harmonisch und pflegeleicht angelegt, also sogar für mich gut zu handhaben.

Die Bepflanzung war therapeutisch gemeint, und ich konnte das sogar „gut annehmen“. Heißt, ich goss die in straffer Ordnung stehenden Pflanzen auf dem Balkon tatsächlich regelmäßig und unterließ es von nun an, meine Zigaretten dort auszudrücken.

Einen ganzen Sommer lang passte ich gut auf. Dann kam der Winter, und als er vorbei war, war wieder Wüste auf dem Balkon, und das blieb auch noch eine ganze Weile so. Es wurde wieder geraucht, geascht und ausgedrückt.

Heute ist das Rauchen eingestellt, und in den Kästen blüht es kunterbunt und durcheinander. Kommt eine Laus, wird ihr mit Hilfe ökologischer Kampfstoffe der Garaus gemacht, und es ist immer genug Wasser für alle da. Es gibt einen Plaste-Flamingo mit Propeller, eine grüne Gießkanne und eine Rosenschere. Die Schwarzäugige Susanna wird bezupft und gestreichelt, der Lavendel beschnuppert und die Rosen bewundert.

Während in meinem Ü40-Freundeskreis immer mehr Menschen verzweifelt auf den Hund kommen – also zumindest jene, die nicht schon auf Kinder gekommen sind –, renne ich mit der Ikea-Gießkanne herum und zupfe Blättchen. Ich bin auf die Pflanze gekommen!

Gut nur, dass es in meinem Leben nicht nur die Schwarz­äugige Susanna gibt, sondern auch noch meinen Boyfriend, der beim Gießen, Bezupfen, Streicheln, Beschnuppern und Bewundern tatkräftig hilft. Sonst müsste man sich wo­möglich doch wieder Sorgen machen um mein seelisches Befinden.

Kein Tabakaqualm mehr und keine Depression. Die Hummeln und die Bienchen summen, der Flamigopropeller rattert. Das Paradies ist tatsächlich gleich nebenan, und es gibt immer was zu tun – doch leider, so fand ich just heraus, sind die alten Pflanzkästen allesamt aus Asbest. Und jetzt?

 

Kolumne 166

11.5.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Boarding Completed und Ready for Take Off

ZU BESUCH IN EINEM BERLINER SCHREBERGARTEN MIT GUTER VERKEHRSANBINDUNG

Die einen nennen es Urban Gardening, die anderen Schrebergarten. Eine Kollegin nennt ihr Stück kleines Glück inmitten der Großstadt schlicht „Garten“ und hatte neulich zu einem Besuch in selbigem eingeladen. Mit ihrer Lebensgefährtin betreut sie seit Jahren die grüne Parzelle im Herzen Berlins, und ...

16.00 Uhr. STUTTGART. AB 655.

... ich wundere mich, dass die beiden noch nicht verhaftet wurden.

16.04 UHR. TALLIN. BET 202.

Nicht etwa weil die beiden gleichgeschlechtlich Liebende sind und die Gewalt gegen Homosexuelle allgemein zunimmt, sondern weil die beiden ganz offensichtlich aus der Reihe tanzen mit ihrem Bepflanzungskonzept.

16.05 Uhr. München LH 2041.

Während die Kollegin in der kleinen, zum Garten gehörigen Hütte einen Espresso braut, schweift der Blick auf Nachbars Garten zur Linken: Messerscharfe Rasenkanten und verkrüppelte, da zu Tode beschnittene Obstbäume. Eine Carporttrennwand wurde installiert, um den Pollenflug von rechts abzuwehren. Und auf der Terrasse stapeln sich die neuesten Gadgets aus dem nahe gelegenen Baumarkt.

16.10 Uhr. BERN. SX 211.

Als der Blick zum Nachbarn auf der Rechten schweift: Symetrisch angeordnete Waschbetonplatten, militärisch straff organisierte Zierrabatten und Koniferen in preußischer Hab­achtstellung. Ganz anders bei der geschätzten Kollegin und ihrer Frau: Hier explodiert die Streuobstwiese und die Waschbären tanzen Tango. Hier summen die Bienchen um den wilden Majoran ...

16.15. HELSINKI. AB 8076.

…und der rotädrige Sauerampfer feiert fröhliche Urstände. Die Natur, so scheint es, ist hier völlig außer Kontrolle geraten. Und das ...

16.25 UHR. BASTIA. 4 U 8432.

... kann ja wohl nicht im Sinne des Erfinders sein: Schließlich folgt die Handhabung der Natur in einem deutschen Schrebergarten deutschen Gesetzen. Unkraut ist Unkraut und keine Leitkultur ...

16.35 UHR. DÜSSELDORF. EW 9043.

... und wer Gegenteiliges behauptet ...

16.40 UHR. PARIS CDG. AB 8296.

... gefährdet den Gartenfrieden. In deutschen Schrebergärten nämlich ist das Verhältnis von Nutz- und Zierpflanzen streng geregelt. Hier allerdings ...

16.45 UHR. LONDON LHR. BA 985

... herrscht die reinste Anarchie. Sicherlich aus Gründen allgemeinem Widerstands gegen die Staatsgewalt?

16.45 UHR. FRANKFURT. LH 195

„Ach nein“, winkt die Kollegin ab und schenkt den Espresso ein, „wir sind nur von dem Fluglärm so zermürbt, dass wir es einfach ...

16.50 UHR. MÜNCHEN. LH 2043.

... nicht mehr schaffen ...

16.50 UHR. LONDON CITY AIRPORT. BA 8494.

... herzukommen“.

Krass, wenn der Schrebergarten in der Abflugschneise des Flughafens Tegel liegt.

17.00 UHR. STOCKHOLM ARN. AB 8006.

Da kann man auf Dauer zur Terroristin werden. Besonders, weil der Lärm die Nachbarn links und rechts gar nicht zu stören scheint.

Kolumne 165

20.4.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Wir kennen uns seit dem Kindergarten

DIE GEMEINSAME GESCHICHTE VON DEUTSCHEN UND DEUTSCHTÜRKEN ENDET NICHT MIT EINER ABSTIMMUNG

Tarkan war der Türke meiner Kindheit. Er war der einzige, und genau das war das Problem: Weil er im Kindergarten ganz allein war mit seinem „anders“ sein, hatte er sich instinktiv entschlossen, lieber der Unterdrücker als der Unterdrückte zu sein, weshalb er ein Gewaltregime in Gruppe 4a errichtete. Eines Tages kam seine Mutter zu Besuch, um für alle eine türkische Suppe zu kochen, mit Hülsenfrüchten. Sie schmeckte gut, und es war eine gute Idee des Kindergartens, Berührungsängste abzubauen durch kulturellen Austausch. Trotzdem hatten alle weiterhin Angst vor Tarkan dem Türken und seinen kleinen Fäusten. Ich auch.

In den Siebziger Jahren waren Türken in der rheinland-pfälzischen Provinz „Ausländer“, auf jeden Fall „Gastarbeiter“. Obwohl Tarkan genau wie ich in dem kleinen Krankenhaus der Kreisstadt geboren worden war. Später, in der Grundschule, gab es dann einen Jungen namens Mustafa, der mit Gewalt nur insofern zu tun hatte, als er von dem alkoholkranken Nachkriegslehrer geschlagen und an den Haaren gezogen wurde – als einziges Kind der Schule; mit dem Türken konnte man das anscheinend machen.

Die Muslime und die „Evangelen“ in der mehrheitlich katholischen Gegend wurden in einem gesonderten Raum in Glaubensdingen unterrichtet, in einer größeren Abstellkammer, immerhin mit Fenstern. Auf der rechten Seite des Raums hing ein Poster mit dem Abbild von Martin Luther, auf der linken Seite ein riesiges Plakat, das einen Mann mit Schnurrbart und extrem blauen Augen zeigte, den ich zunächst für einen Religionsführer hielt. Erst später wurde mir klar, dass es sich dabei um Atatürk handelte – und dass Minderheiten es in der Regel schwerer haben.

Selbstverständlich hatte es nicht ein Einziger der türkischstämmigen MitschülerInnen auf das Gymnasium geschafft, trotz Bildungsreform hatten sich die zum Teil unsichtbaren Barrieren, mit denen sich das Bürgertum abschottet, als stabil erwiesen. Über Jahre beschränkte sich nun mein Kontakt mit „Türken“ auf den „Döner­mann“ am Marktplatz der Kleinstadt; ganz so, als wäre ich in Sachsen aufgewachsen.

Erst sehr viel später – keineswegs an der Universität in der Provinz, sondern in Berlin, begegneten mir wahrhaftige „Abi­tur­türken“, die mir zunächst so exotisch erschienen wie die Männer in Kutten und Jeanskluft, die ich bei meinem ersten Istanbul-Besuch in einer Rockerkneipe sah: Trafen sich Türken etwa doch nicht ausschließlich in Kulturcafés mit Neonlicht?

Lange schon lebe ich nun in Kreuzberg-Neukölln, und nichts ist selbstverständlicher als kleine Kinder, die „Anne“ schreien oder Männer, die sich mit „Efendim“ am Telefon melden. Umso verwirrender finde ich nun, nach dem in der Tat unerfreulichen Ausgang des Referendums in der Türkei, die Forderung nach Abschiebung meiner deutschtürkischen MitbürgerInnen, auch aus liberalem Munde. Auch diejenigen meiner Nachbarn, die leider für Erdoğan gestimmt haben, bleiben meine Nachbarn. Wir haben eine gemeinsame Geschichte, und sie geht weiter. Gerne auch im Streit.

Kolumne 164

30.3.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Himmlisch, das babylonische Unverständnis

DEM MENSCHENBILD KANN ES NUR ZUTRÄGLICH SEIN, WENN MAN DIE LANDESSPRACHE NICHT BEHERRSCHT

Oft wird derzeit gefragt, wo nur all der Hass herkommt. Und ich weiß, wo man suchen könnte. Zum Beispiel in einer beliebigen deutschen Ikea-Filiale an einem frühen Samstagnachmittag. Oder an Bord eines Billigfliegers mit 80 hypervitalen und hungrigen Reisenden. Ineinander verkeilte Kleinfamilien und schreiende Menschen in einer Metallröhre. An diesen Orten wird man ihn finden, den Hass; hier gedeiht sie prächtig, die Misantrophie.

Die Menschenliebe aber wird finden, wer an Orte reist, an denen er kein Wort versteht. Slowenien zum Beispiel ist so ein Ort. Nur zwei Millionen Menschen sprechen diese Sprache, so ist es kaum wahrscheinlich, dass man selbst auch nur einen Hauch von dem mitbekommt, was hier gesagt wird. Immer wenn ich dort bin, zusammen mit meinem slowenischen Lebensgefährten, bin ich der festen Überzeugung, dass in diesem kleinen Land zwischen Alpen und Adria ausschließlich freundliche, gebildete, unterhaltsame Menschen leben, die einander ausschließlich unterhaltsame, pointierte Geschichten erzählen. Nie würden sie hässliche Stereotype reproduzieren oder sich menschenfeindlich äußern.

Ob in der malerischen Altstadt Ljubljanas oder den engen Gassen des Hafenstädtchens Koper, überall nur Freude, schöner Götterfunken. Zärtliche Zischlaute und Worte des Lobes.

Mein Lebensgefährte wird nun nicht müde zu betonen, dass auch in seinem Heimatland jede Menge Unsinn dahergeredet wird, insbesondere vonseiten der eher ländlich geprägten Bevölkerung, die angeblich ungeheure Mengen an Blödsinn raushaut. Für mich ist es jedoch nichts weiter als eine angenehme soziale Klangtapete.

Auch mit meinem Schwiegervater verstehe ich mich ausgesprochen gut, kommunizieren wir doch hauptsächlich mit Händen und Füßen.

Nur einmal während meines jüngsten Aufenthalts zerriss das hauchdünne Gewebe aus freundlicher Zugewandtheit, das mich an diesem Ort umwebt. War da doch plötzlich dieses vertraute „Ja du hallo hier ist der Markus und ich bin hier gerade im Urlaub und sitze am Meer und wollte mich mal bei dir melden und fragen wie es dir geht mir geht es nämlich super nur das Zimmer ist scheiße aber das Essen ist billig“; ohne Punkt und Komma und ohne Rücksicht auf den Gesprächsteilnehmer am angefunkten Endgerät oder die Umwelt – aber mit zusätzlicher Powerbank, keine Chance, dass der Akku jemals alle werden könnte.

Man sitzt in einem kleinen Kaffee an der Adria. Die Sonne versinkt melodramatisch im Meer. Der Wein schmeckt, als entstamme er Gottes privatem Weinberg. Und dann der Markus aus Stuttgart.

Mag sein, dass sich die stiernackigen Herren einen Tisch weiter über Massenmord unterhalten – es stört einfach nicht, wenn man der Landessprache nicht mächtig ist. Aber der Markus, der Markus bringt mich wirklich um.

Im Flieger zurück fragt der Steward auf Italienisch nach den Getränkewünschen, und als ich auf Englisch bestelle, antwortet er auf Deutsch. So viel Verständigung kann man gerade noch ertragen.

Kolumne 163

9.3.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Brunftbaden ist allezeit

IMMER MITTWOCHS IST IN MEINEM STADTBAD NACKTBADEN. DORT GEHT ES GESITTETER ZU ALS SONST

In meinem Berliner Lieblingsstadtbad ist immer was anderes los. Mal schwimmen nur Meerjungfrauen, mal nur Frauen an sich und unter sich. An Sonntagabenden ist Ro­mantikschwimmen mit Kerzenlicht, dann gibt es noch „Spaß- und Familenbaden“, Schulbetrieb, Vereinsschwimmen, Behinderten- und Seniorenschwimmen.

Und mittwochs ist immer Nacktbadetag. Abends um acht, wenn die anderen Bürger die Tagesschau gucken, fallen im Stadtbad Neukölln die letzten Hüllen. Schon ungefähr eine halbe Stunde vorher kündigt er sich an, der Bewusstseins- und Bekleidungswandel. Um 19.30 Uhr mag es noch leer sein im Becken, aber doch ziehen schon einzelne Herren ihre Bahnen, die Uhr an der Hallenwand stets im Auge behaltend. Ein Pärchen lagert in züchtigen Frotteebademänteln auf den Liegen am Beckenrande.

Aber dann, Punkt 20 Uhr, werden die ersten Badehosen aus dem Wasser geschleudert und die Frotteebademäntel fallen hinab. Hinein ins Nass! Zwei Amerikaner, die nicht mitbekommen haben, das hier heute Abend the german Freikörperkultur auf dem Programm steht, fliehen entsetzt. „Embarassing“ und gar nicht „awesome“. Stattdessen klappt nun ein ums andere mal die Flügeltür. Herren in allen Breiten betreten die Halle, das Handtuch noch um die Hüfte geschwungen. Die Handtücher werden abgelegt, dann steigen sie über die breite Treppe hinab ins Bad. Es hat durchaus eine Anmut, wie die Menschen hier ungeniert ihrer Körperlichkeit frönen – auch wenn sich für den ein oder anderen ungewohnte anatomische Einblicke bieten, folgt man einem anderen Herrn hintendrein beim Brustschwimmen.

Das Stadtbad Neukölln wurde zwischen 1912 und 1914 gebaut, allerfeinste Belle Époque, und es fällt gar nicht schwer, hier die Zeit zu vergessen. Man kann sich zum Beispiel in einer Szene von Hans Falladas Roman „Kleiner Mann – was nun?“ wähnen, in der der Buchhalter Johannes Pinneberg, Verkäufer in einem Kaufhaus, von seinem eleganten Kollegen Joachim Heilbutt mit zu einem Treffen seines Freikörperkulturvereins genommen wird – in ein Berliner Schwimmbad. Der Roman spielt Anfang der dreißiger Jahre. Pinneberg traut sich nicht, sich auszuziehen – ausgerechnet an dem Abend, an dem seine Frau entbindet. Und wenig später schon wird Heilbutt ob seiner Mitgliedschaft in dem problematischen Vereine entlassen.

Dabei ist nun wirklich so gar nichts Frivoles an dieser nudistischen Schwimmerei, im Gegenteil geht es betont züchtig und asexuell zu, vergleichbar der Atmosphäre in einer gemischten Sauna, in der schon die Andeutung eines Halbständers als undenkbar gilt.

Wesentlich lustbetonter geht es da zu, wenn konventionell gebadet wird – und ich spreche hier nicht vom Romantikschwimmen. Auch ohne Kerzen fühlen sich junge heterosexuelle Paare ermutigt, im Nichtschwimmerbereich aneinander herumzuknabbern. Es wird geschubbert und geschmiegt, dass einen das Tragen einer Chlorbrille zum Voyeur macht. Aber was soll’s: Wenn nun auch noch Brunftbaden eingeführt würde, hätte man bald gar keinen Platz zum Bahnenziehen.

Kolumne 162

26.1.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Sei jedem Abschied voraus

EIN CAFÉ IN TRIEST, EIN KALTER WINTERWIND AUS DEN ALPEN: DER ABEND, AN DEM DONALD TRUMP PRÄSIDENT WURDE

Die berühmten Triester Straßenlaternen mit ihren geschwungenen Bögen, an denen gläserne Leuchtkugeln aufgehängt sind, schwanken bedrohlich im Wind. Wenn es nur Wind wäre, der an diesem Tag in Triest, der italienischen Hafenstadt, weht. Es ist der Winterwind Bora, ein kalter, trockener Fallwind aus Nordosten, der plötzlich von den Julischen und Karnischen Alpen herab starke Böen auf das offene Meer bläst.

In der Bucht von Triest kulminiert die Bora, sogar in der Stadt kann sie Geschwindigkeiten von über einhundert Stundenkilometern erreichen; die Bora kann katastrophale Auswirkungen haben. Draußen, auf den Straßen Istriens, kann sie Lastkraftwagen einfach umwerfen. Und das tut sie auch, sowohl in Italien als auch in Slowenien und Kroatien.

An diesem Tag wird Donald Trump in Washington ins Amt eingeführt. Im slowenischen Radio sagt eine zugeschaltete Zuhörerin sinngemäß, dass sie es satt hat, dass immer wieder über „Melania“ berichtet wird; „sie gibt einen Scheißdreck auf Slowenien, sie ist weggegangen“.

Es ist schon dunkel, doch an der Piazza Unità werden die Bauten aus der Zeit der Donaumo­narchie angestrahlt, dass es eine Pracht ist. In das Pflaster auf dem großen Platz, der direkt an das Meer grenzt, sind kleine blaue Leuchtelemente eingelassen. Triest, das war einmal die Kapitale des Österreichischen Küstenlandes, der Hafen der Habsburger. Kriegsschiffe lagen hier vor Anker und die Handelsmarine, von hier aus ging Elisabeth von Österreich, Sisi, auf Mittelmeerkreuzfahrt mit ihrer dampfgetriebenen Jacht, nachdem sie zuvor im Schloss Miramare genächtigt hatte, einem weißen Kleinod auf den Klippen der Bucht von Triest.

Im Caffè degli Specchi an der Piazza Unità sind die Kronleuchter in Betrieb, eröffnet wurde es im Jahr 1839. „Torta Linza“ ist in der golden ausgeleuchteten Vitrine aufgebahrt, und „Torta Sacher“, Schlagobers gehört dazu. Gebäck und Konfekt und Spezereien. Wer einen Aperol Spritz bestellt, in der Region keine Mode sondern Tradition, bekommt auch ein kleines Ta­blett mit Kanapees gereicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das gesamte Gebäude an der Piazza Unità als Quartier der US-amerikanischen und britischen Besatzungsmächte gedient, die von 1947 bis 1954 auch den Bestand des „Freien Territoriums Triest“ sicherten. Später wurde die Stadt schließlich Italien zugeschlagen. Ihre Bedeutung hatte sie zu diesem Zeitpunkt schon verloren, die Donaumonarchie war längst zerfallen. Der Faschismus, in Triest blühte er besonders gut, hatte die halbe Welt in Schutt und Asche gelegt. Doch nun kam das „amerikanische Jahrhundert“, die Pax Americana. Gleich nebenan vom Eisernen Vorhang, an der Grenze zu Jugoslawien.

Das Gestühl im Caffè degli Specchi ist mit rotem Samt bezogen, Palmwedel federn, Stuck prunkt. Rainer Maria Rilke – „Sei jedem Abschied voraus!“ – verkehrte hier einst, auch James Joyce. Und wenn nicht Sade im Hintergrund säuseln würde, Ikone des späten 20. Jahrhunderts, könnte man für einen Moment vergessen, dass wir das Jahr 2017 schreiben. So spät schon.

Kolumne 161

5.1.2017

Martin Reichert Herbstzeitlos

Die Discokugel steht still

WENN FEIERN NICHT MEHR HILFT. EINE ERINNERUNG AN DEN WEIHNACHTSMARKT VON GESTERN

Feiern war immer irgendwie die Antwort gewesen. Und heute wirkt das manchmal wie ein Nachhall aus den Neunzigern; an das, was in den nuller Jahren war, kann ich mich auch schlechter erinnern. Feiern als Antwort, das hatte also bedeutet, auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz zu gehen, nach der Wiedereröffnung. Einen ganzen Tag lang war er geschlossen gewesen nach dem Attentat, für Berliner Verhältnisse war das ja schon ein Ausbund an Bedachtsamkeit.

Die Idee war also: jetzt erst recht, da gehn wa hin, da trinken wir fiesen Glühwein und essen eine minderwertige Bratwurst; wenn wir an den Alexanderplatz gegangen wären, Deutschlands brutalsten Weihnachtsmarkt, räudig und rau, wären wir auch noch Karussell gefahren, damit uns schön schlecht geworden wäre. Am verabredeten Treffpunkt, vor dem Kino Zoo-Palast, stand ich wartend zunächst.

Im Zoo-Palast gab es noch in den Neunzigern eine Laser-Show, über die man lachte, weil sie aus den Achtzigern war. Nun standen dort unzählige Kerzen, solche, die man auf Gräber stellt. Dazwischen Blumen gelegt. Ein paar Meter weiter, auf der anderen Straßenseite, war es passiert.

Die Ü-Wagen der Weltpresse stehen noch überall herum, Reporter befragen Passanten, holen O-Töne ein. Muslime singen für den Frieden, eine Kamera fängt das ein. Vor dem Zoo-Palast küsst sich ein Paar, ein Mann und eine Frau. Es könnte eine symbolische Liebeshandlung sein, es wird ihr auch Beachtung geschenkt von den Passanten; aber es ist ganz alltäglich, er hat sie zur Arbeit gebracht, sie muss ins Kino, die Abendschicht. Er winkt hinterher. Ein Kloß sitzt im Hals. Der Kuss, die Blumen, die Kerzen.

Da kommen die anderen, die schwule Gang. Der harte Kern. Was auch passiert. Nicht totzukriegen. Ü40, Hyaluron, Hendrick’s Gin. „Yalla?“

Auf der anderen Seite der Straße noch mehr Kerzen. Vor den Ständen in der Gasse, in der es passiert ist, wartet niemand. Die Würste warten, sie sind halb verkohlt, eingeschrumpelt, „2 Euro und 50 Cent“, sagt die Verkäuferin. „Senf dazu?“ Vorgestern sind fünf ihrer Kol­legen hier ums Leben gekommen.

Der Glühwein wird in dickwandigen Gläsern serviert, es riecht nach heißem Fett und nach Zucker. Noch mehr Menschen hier, die erst recht gekommen sind und Kunstpelz an der Anorakkapuze tragen. Sie essen die fettigen Reibekuchen und trinken das zuckrige Zeug, das Trost spenden könnte, wenn man wirklich trauern würde.

„Von hier aus hätte man einen Logenplatz gehabt“, sagt einer, „so richtig viel Platz zum Ausweichen hätte man hier aber nicht gehabt,“ sagt ein anderer. Es wird noch ein Glühwein bestellt, erst recht.

Der Weihnachtsmarkt füllt sich allmählich, doch die Gasse, in der es passiert ist, bleibt leer. Der Glühwein, er schmeckt heute nicht, als tränke man erhitzten Multivitaminsaft. Es will nicht leuchten hier heute Abend, die unermüdlich sich drehende Discokugel des Lebens steht für einen Moment still.

Alle in der Runde wissen: Das ist keine gute Zeit. Für uns schon gar nicht.

 

Kolumne 160

15.12.2016

Martin Reichert Herbstzeitlos

An einem Vormittag in Tanger

DIE REGIERUNGSTRUPPEN HABEN ALEPPO EINGENOMMEN. IN MAROKKO GEHT ALLES SEINEN GEWOHNTEN GANG

Ein deutscher Schäferhund starrt vom Dach nebenan herüber, ausgerechnet hier, über den Dächern der Medina von Tanger, Marokko. Die Sonne scheint warm unter Wolken hervor, die von Europa hergezogen sind. Die Fähre aus Spanien legt an, sie hat nur dreißig Minuten gebraucht. Umgekehrt kann die Reise das Leben kosten.

Vor fünf Jahren war ich zuletzt in Tanger, die „Arabellion“ nahm ihren Lauf. Gestern kam die Nachricht, dass die Regierungstruppen Aleppo eingenommen haben. Nur in Marokko geht alles seinen gewohnten Gang, der König ist in seinem Palast. In seinem Land drehen sich die neuen Windräder, die Solarkollektorenfelder werden größer. Im Supermarkt gibt es keine Plastiktüten mehr, der Umwelt zuliebe – und das Flughafengebäude darf man nicht mehr ohne Sicherheitskontrolle betreten.

Am Stadtstrand wurde „aufgeräumt“, dort, wo sich einst Club an Bar reihte, auch solche Bars, die der Animation dienten, ist nun alles planiert. Die Cor­niche von Tanger wird aufgemöbelt, eine große neue Marina wurde angelegt. Und wem gehört nun wohl das große Hotel, das sich einst im Besitz von einem der Söhne Gadaffis befand?

Das Haus, das wir mit Freunden gemietet haben, sieht so aus, wie sich ein reicher Europäer ein Haus in der Altstadt von Tanger vorstellt; es gehört einem Franzosen aus Paris. Es ist so ungeheuer geschmackvoll-minimalistisch ausstaffiert, inklusive gewisser Metalldetails, die sich leitmotivisch durch das Anwesen ziehen und selbstverständlich aus regionaler Produktion stammen, dass sich Younis nur die Augen reiben konnte, als er es gestern zum ersten Mal sah. Er stammt aus Tanger, kennt hier jeden Winkel und jede Villa, die es zu vermieten gibt. Aber das hier ist reinste Parallelwelt.

Gestern sind wir mit Younis an den Atlantik gefahren – und er hat uns gefragt, ob wir einen touristischen oder einen einheimischen Strand besuchen wollen. Selbstverständlich wollten wir den „echten“ Strand, also den, zu dem die Marokkaner gehen. Sie gehen allerdings nicht dorthin, sie fahren. Auf dem weiten Sandstrand überall Reifenspuren, junge Männer zirkeln dort mit Quads und anderem lärmenden Gerät. Im Strandcafé hat man zuvorderst einen guten Blick auf die geparkten Autos und dann erst auf den wild schäumenden Atlantik, doch immerhin verdecken sie den Müll und die weggeworfenen Kühlschränke, die die Felsen zieren.

Im Restaurant in der Medina sitzen wir und essen Tahine, der Wirt des Cafés von nebenan rennt los, um bettelnde Straßenjungs mit dem Stock zu verprügeln. Einer von ihnen humpelt, er trägt einen alten Norwegerpullover mit Hirschmotiven, schreit laut auf, und keiner schaut hin.

Das Dach vorne links ist mit einer großen, stabilen Werbeplane abgedeckt. Sie zeigt eine H&M-Werbung, die eine Jacke für 69,99 Euro anpreist und nun als billige Isolierung dient. Eine Fähre legt ab, in Richtung Europa. Sie wird nur dreißig Minuten brauchen, dann sind die Fahrgäste mit den richtigen Pässen sicher zurück. So wie wir in zwei Tagen, wenn wir in unser Flugzeug steigen.